Der unerfüllte Kinderwunsch bzw. die ungewollte
Kinderlosigkeit stellt für die betroffenen Paare eine schwere Belastung
in vielerlei Hinsicht dar. Es ist mehr als allein das Ausbleiben der
ersehnten Schwangerschaft. Die betroffenen Menschen fühlen sich in ihrem
Selbstbild zum Teil tief erschüttert. Bisher hat alles so gut
funktioniert. Die Ausbildung, die Berufswahl, die Partnerwahl, und nun
soll das Natürlichste auf der Welt, nämlich die Gründung einer Familie,
nicht zustande kommen. Die vielen Fragen der Freunde und der Familie,
das eigene Zweifeln, woran es denn liegen könnte, all das belastet sehr.
Wir gehen davon aus, dass die Ursachen der
ungewollten Kinderlosigkeit bei uns in Mitteleuropa fast paritätisch auf
Männer und Frauen verteilt sind. So gibt es auf der einen Seite die
Störungen des Menstruationszyklus mit Ausbleiben des Eisprunges, aber
auch die Schädigungen am Eileiter, dem Eierstock selbst oder dem
Eiauffangmechanismus, und schließlich die kleine Gruppe der
Patientinnen, bei denen Veränderungen oder Erkrankungen der Gebärmutter
eine Einnistung eines Embryos unmöglich machen. Auf der anderen Seite
stehen Männer, deren Samen in mancher Hinsicht nicht ausreichend gut
ist, um eine Schwangerschaft herbeizuführen. Dabei kann es sich um eine
Verringerung der Zahl der befruchtungsfähigen Spermien handeln, oder
aber um eine eingeschränkte Beweglichkeit der Spermien, oder aber auch
um eine gestörte Form der Spermien.
Bei ausgeprägter Einschränkung dieser genannten
Kennzeichen eines Ejakulates war bis vor kurzem keine
Behandlungsmöglichkeit, abgesehen von einer Samenspende durch einen
anderen Mann, möglich. Dies hat sich erfreulicherweise grundlegend
geändert.