| |
|
|
Andere medizinische Behandlungen |
|
| |
Kurzübersicht
Neben der Stimulation der Eierstöcke mit der direkten Wirkung auf die Eizellen sind häufig begleitende Behandlungen angezeigt. Deshalb gehört es zu jeder Grundabklärung bei Kinderwunsch, auch andere hormonaktive Systeme zu untersuchen. Allfällige Störungen können so erfasst und therapiert werden. Prophylaktische Massnahmen können die eigentliche Sterilitätsbehandlung unterstützen und damit verbessern.
Schilddrüse Die Untersuchung der Schilddrüse nimmt eine zentrale Rolle im Rahmen der Grundabklärung ein. Häufige Fehlfunktion ist die Unterfunktion, welche bei geringem Ausmass selbst nicht mit Gesundheitsstörungen bemerkt wird. Bei Unterfunktion ist die Schwangerschaftswahrscheinlichkeit aber reduziert und die Aborthäufigkeit erhöht. Behandelt wird mit einem Schilddrüsenhormon (Eltroxin®, Euthyrox®), welches täglich 1/2 Stunde vor dem Frühstück eingenommen werden muss.
Prolaktin Prolaktin (Milchhormon) behindert die Ausschüttung von LH und FSH. Deshalb ist ein zu hoher Prolaktinspiegel im Blut häufig ein Begleitgrund für eine Sterilität. Eine Senkung des Prolaktins durch Medikamente ist in der Regel auf einfache Weise möglich. Dazu wird verwendet: Dostinex ® (1-2 x pro Woche), Norprolac® (täglich).
Aspirin Es ist erwiesen, dass bei bestimmten Gerinnungsstörungen die Gabe von Aspirin (und Heparin) die Einnistung eines Embryos verbessern kann oder hilft, Fehlgeburten zu vermeiden. Schon verschiedentlich wurde auch der Versuch unternommen, mit einer solchen Aspirin-Gabe die Schwangerschaftsraten bei Frauen zu verbessern, welche keine Gerinnungsstörungen aufweisen. Es ist deshalb ratsam, bei einer IVF-Behandlung nach der Eizellentnahme mit 100 mg Aspirin zu starten. Es muss aber beachtet werden, dass Aspirin (oder ähnlich wirkende Substanzen) die Blutungszeit verlängern und deshalb auf keinen Fall schon vor der Punktion der Eizellen eingenommen werden dürfen, da sonst die Komplikationsrate wegen Blutungen gefährlich hoch sein kann.
Metformin Das Diabetesmedikament Metformin könnte künftig Frauen helfen, die aufgrund eines so genannten Polyzystischen Ovarialsyndroms (PCOS) nicht schwanger werden. Etwa sechs Prozent aller Frauen leiden an einem Überschuss männlicher Hormone. Ursache ist meist ein PCOS.
Bei vielen Patientinnen verliert zudem das Hormon Insulin seine Wirkung. Ähnlich wie bei einem Altersdiabetes muss der Körper immer mehr Insulin produzieren, um den Blutzucker in Grenzen zu halten. Der hohe Insulinspiegel führt wiederum dazu, dass der Körper noch mehr männliche Hormone bildet. Der Wirkstoff Metformin verbessert die Insulinwirkung. Hormonhaushalt und Zyklus normalisieren sich, auch der Eisprung findet wieder statt. Damit haben die Frauen gewisse Voraussetzungen, auf natürliche Weise schwanger zu werden. Offiziell ist Metformin noch nicht zur Behandlung von PCOS zugelassen. Die Nebenwirkungen (Magen-Darmbeschwerden) führen gelegentlich dazu, diese Behandlung abzusetzen.
|
|
|
|